Fußball - Emotionaler TV-Auftritt: Van Bommel den Tränen nah

In den Niederlanden spricht der ehemalige Bayern-Kapitän über sein Aus in München, lacht über van Gaals Methoden und trauert um eine verpasste Chance.

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Fußball - Emotionaler TV-Auftritt: Van Bommel den Tränen nah
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Mark van Bommel (PSV Eindhoven)

So weich war Mark van Bommel, von Ottmar Hitzfeld einst "Aggressive Leader" getauft, selten zu sehen.

In einem TV-Interview bei "RTL 7" gibt er gegenüber Moderator Johan Derksen Einblicke in sein Gefühlsleben und blickt auf seine Zeit beim FC Bayern zurück.

Zunächst plaudert der 35-Jährige, der seine Karriere momentan beim PSV Eindhoven ausklingen lässt, noch ganz gefasst drauf los und erzählt von einer Mannschaftsbesprechung, in der der ehemalige Bayern-Trainer Louis van Gaal tatsächlich die Hosen runter ließ:

"Ja, das kann ich bestätigen. Ich habe es gesehen und darüber gelacht. Er wollte eigentlich erklären, dass er nicht für sich selbst auswechselt, sondern für die Mannschaft. Und er wusste nicht, wie er das auf Deutsch sagen kann. Ab und zu fragte er mich 'Wie sagt man das?'. Und ich hatte es zwei, drei Mal falsch übersetzt - in den Augen von van Gaal - und dann hat er es auf seine eigene Weise gemacht - und er ließ seine Hose runter."

Toni fand "ihn" nicht so groß

Derksen hakt nach, will wissen, wie die Spieler darauf reagiert haben? Van Bommel weiter: "Luca Toni fand 'ihn' nicht so groß und die meisten Spieler mussten einfach lachen, sie wussten nicht, was passiert. Und die Besprechung ging einfach weiter. Und anschließend, wenn du in der Kabine bist, dann wirkt das noch nach."

Im Anschluss wird das Interview emotional. Es werden Bilder vom Finale der WM 2010 zwischen den Niederlanden und Spanien, das die Iberer mit 1:0 gewannen, gezeigt. Van Bommel rutscht auf seinem Stuhl hin und her, kämpft mit den Tränen und sagt: "Ich kriege ein ganz komisches Gefühl - sorry."

"Es ist das erste Mal, dass ich das sehe. Das war die größte Enttäuschung meiner Karriere. Noch größer als das verlorene Champions-League-Finale mit Bayern", erklärt er.

Keine ehrliche Chance mehr in München

Auf seinen Abschied aus München im Januar 2011 lässt er hingegen relativ sachlich Revue passieren.

"Man hatte einen Spieler geholt, als ich verletzt war (Luiz Gustavo, d. Red). Ich habe gesagt: 'Wenn ihr mir eine ehrliche Chance gebt, bleibe ich hier und bin besser als dieser Spieler'", so van Bommel.

Eine ehrliche Chance, den Konkurrenzkampf anzunehmen, sei ihm nicht gegeben worden. "Die Antwort war: 'Nein, der wird immer spielen.' Da habe ich gesagt: Dann gehe ich weg. An der Tür habe ich gefragt: 'Wenn ein Klub kommt, lasst ihr mich gehen?' Die Antwort war: 'Jaja, ist gut.'"

Der AC Mailand habe sich sofort gemeldet und dann sei alles ganz schnell gegangen: "Sonntagabend kam der Anruf aus Mailand, Montag war ich dort."

Mit Milan wurde van Bommel dann Meister, ehe er im Sommer 2012 nach Eindhoven ging. In dieser Saison hat er bislang 19 Spiele und drei Tore auf dem Konto. Sein Verein führt die Tabelle vor Ajax Amsterdam an.

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