Fußball - Insider: "Guardiola fürchtet keine Herausforderung"

Martí Perarnau ist ganz nah an Pep Guardiola dran. Im Interview erklärt der spanische Journalist, was Guardiola mit dem FC Bayern vorhat und warum er keine Problematik darin sieht, dass Jupp Heynckes in dieser Saison drei Titel einfahren kann. Außerdem erfahren Sie, wo und wie Guardiola das heutige Duell der Giganten zwischen seinem alten und neuen Klub mitverfolgt.

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Der spanische Journalist Martí Perarnau ist ganz nah dran an Pep Guardiola

Macht Pep Guardiola Fortschritte im Erlernen der deutschen Sprache?

Martí Perarnau: Pep arbeitet intensiv an seinem Deutsch. Er hat im Oktober letzten Jahres mit einem Sprachkurs begonnen. Er arbeitet darauf hin, seine erste Rede auf der Pressekonferenz im Rahmen seiner Präsentation als Trainer in München bereits auf Deutsch abzuhalten. Er kann jedoch nicht versprechen, ob er die Fragen deutscher Journalisten gleich zu Beginn perfekt verstehen kann. Sollte dies anfangs noch nicht klappen, möchte er sehr bald so weit sein.

Was macht Guardiola in diesen Tagen, lebt er noch in New York?

Perarnau: Ja, wenn Pep nicht gerade unterwegs ist, hält er sich nach wie vor in New York auf. Zusammen mit seiner Familie hat er das Masters der Golfprofis in Augusta besucht. Anfang Mai wird er einen Vortrag für Führungskräfte in Buenos Aires halten. Es war ihm wichtig, kein Störfaktor für den FC Bayern in der aktuellen Saison zu sein. Der Zeitpunkt seiner Integration bei den Münchnern richtet sich also ganz und gar nach dem Weg, den die Bayern in der Champions League bestreiten.

Wie bereitet sich Guardiola auf die kommende Saison vor?

Perarnau: Seine Planungen sind in enger Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen des FC Bayern bereits voll im Gange. Die Vorbereitung für die kommende Saison steht bereits inklusive aller Trainingseinheiten, Testspiele etc. fest. Bleibt nur noch die Namen des Trainerstabes bekannt zu geben und das eine oder andere zusätzliche Testspiel zu vereinbaren.

Sieht er sich das Duell seines Ex-Klubs FC Barcelona mit seinem neuen Verein Bayern München im Kreis der Familie und Freunden im Fernsehen an?

Perarnau: Für Pep ist dieses Jahr des Rückzuges sehr speziell. Er genießt die Zeit mit seiner Familie und sieht sich die Spiele im Kreise seiner Lieben an. Auch Freunde sind oft in New York zu Besuch. Bezüglich des FC Bayern hält sich Pep aber sehr bedeckt. Er zieht es vor, diskret und individuell zu arbeiten.

Was wäre, wenn der FC Bayern nach dem vorzeitigen Gewinn der Meisterschaft auch noch den Pokal und die Champions League gewinnen würde?

Perarnau: Auch diesbezüglich ist Guardiolas Denkweise speziell: Er fürchtet keine Herausforderung. Pep weiß, viele darüber spekulieren darüber, dass Jupp Heynckes die Latte hochlegen wird, beziehungsweise zu hoch legen wird. Die Gedanken von Pep gehen aber in eine ganz andere Richtung: In seinen Augen ist der FC Bayern ein Riese des europäischen Fußballs. Er möchte die Erfolgsgeschichte des Klubs als Trainer fortsetzen und mit der Mannschaft daran arbeiten, auch in Zukunft jährlich einen, zwei oder drei Titel einzufahren. Pep hat große Ziele mit dem FC Bayern.

Wie oft hat er sich bereits mit Uli Hoeneß, Karl-Heinz Rummenigge und Matthias Sammer getroffen?

Perarnau: Nach dem Vertragsabschluss hat er seine Agenda in drei Bereiche unterteilt: Logistik/Trainerstab, Personalplanung und Vorbereitung. Pep hat zusammen mit den Bayern-Verantwortlichen mehrfach seine generelle Ausrichtung und Richtlinien telefonisch besprochen. Grundsätzlich ist alles geklärt. Es geht nur noch um Details.

Zur Person: Martí Perarnau (Barcelona, 1955) ist ehemaliger Leistungssportler. 1980 hat er als Hochspringer an den Olympischen Spielen in Moskau teilgenommen. Perarnau gewann in dieser Disziplin in Spanien zahlreiche Titel. Seine Karriere als Journalist startete er als leitender Sportredakteur bei verschiedenen Tageszeitungen in Barcelona und als Leiter bei Televisión Española in Katalonien. In dieser Zeit begründete er das legendäre Programm Estadio 2. Vor mehr als 20 Jahren hat er sich vom aktiven Journalismus zurückgezogen und kümmert sich um Managementaufgaben. Er leitete das Pressezentrum der Olympischen Spiele 1992 in Barcelona und fungierte in Madrid als Geschäftsführer diverser Unternehmen im Bereich Audiovisuelle Medien. Heute schreibt Perarnau einen Fußball-Blog und ist Inhaber einer Werbeagentur.

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